Wo Urlauber am häufigsten medizinische Hilfe brauchen

(verpd) Der Ambulanzdienst eines Automobilclubs hat im vergangenen Jahr Hilfeleistungen für etwa 57.000 Reisende, die im Ausland erkrankten oder verunfallten, erbracht. Davon wurde alleine für über 12.500 Personen ein Krankenrücktransport, der jeweils mehrere Zehn- bis Hunderttausend Euro kosten kann, organisiert. Übrigens: Ohne eine passende Versicherungspolice muss ein Urlauber mit zum Teil horrenden Kosten rechnen, wenn er im Ausland medizinische Hilfe oder gar einen Rücktransport benötigt.

Der ADAC Ambulanzdienst hat nach Angaben des Automobilclubs ADAC im vergangenen Jahr medizinische Hilfeleistungen für fast 57.000 Reisende in 194 Ländern erbracht. Das waren rund drei Prozent mehr Fälle als in 2017. Die meisten erkrankten und verletzten Europa-Urlauber, nämlich jeweils zwischen 6.200 und 6.500 Personen, waren 2018 in Spanien, Österreich und der Türkei zu betreuen. Die Anzahl der Betroffenen in der Türkei nahm im Vergleich zum Vorjahr um annähernd ein Fünftel zu.

Krankenrücktransporte sind besonders teuer

Weitere Länder, in denen zahlreiche Urlauber aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit medizinische Hilfeleistungen benötigten, waren Italien mit rund 4.500, Griechenland mit knapp 2.400, Frankreich mit fast 1.900 und Kroatien nicht ganz 1.500 betroffenen Personen. Außerhalb von Europa liegen wie schon 2017 die USA mit etwa 1.500 und Ägypten mit knapp 1.400 auf den ersten Plätzen der Länder, in denen die meisten Reisenden Hilfeleistungen durch den genannten Automobilclub in Anspruch nahmen.

Von den 57.000 Reisenden, die eine Hilfeleistung in Anspruch nahmen, wurde für mehr als jeden fünften, also für etwa 12.500 Personen, ein Krankenrücktransport zu einem Krankenhaus in sein Heimatland organisiert. Davon wurde mehr als jeder Dritte per Flugzeug zurückgebracht. Hauptursache dafür waren mit etwa 60 Prozent der Fälle Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über ein Drittel entfiel auf Verkehrs-, Sport- oder sonstige Unfälle.

Die Kosten für einen „normalen“ Ambulanz-Sonderflug nach Deutschland belaufen sich laut Automobilclub auf bis zu 45.000 Euro. Ein Intensivtransport von einem anderen Kontinent kann den Angaben zufolge bis zu 130.000 Euro kosten. Ein Rücktransport aus Thailand, bei dem eine mobile Herz-Lungen-Maschine notwendig war, kostete sogar über 250.000 Euro – und hier sind die Arzt- und Klinikkosten noch gar nicht miteingerechnet.

Finanzieller Eigenschutz als Reisender

Die Statistik verdeutlichen, dass es durchaus ein Risiko gibt, im Urlaub aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles auf eine medizinische Hilfsleistung angewiesen zu sein. Ob beziehungsweise in welchem Umfang bei gesetzlich Krankenversicherten die Krankenkasse als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die medizinisch notwendigen Kosten übernimmt, hängt unter anderem vom Reiseland ab.

Selbst bei Reisen innerhalb der Europäischen Union (EU) und in wenigen anderen Ländern werden im Rahmen der Europäischen Krankenversicherungs-Karte (EHIC), die fast alle GKV-Versicherten haben, nur zum Teil die medizinischen Behandlungskosten von der GKV übernommen. Die EHIC befindet meist auf der Rückseite der Gesundheitskarte (Krankenversicherten-Karte der GKV). Wer außerhalb der EU unterwegs ist, muss ohne einen entsprechenden privaten Versicherungsschutz die dort anfallenden Arzt- und Krankenhauskosten in der Regel komplett aus der eigenen Tasche zahlen.

Nähere Einzelheiten dazu finden sich in den Urlaubermerkblättern zu den verschiedenen Ländern, die im Webportal des GKV-Spitzenverbandes herunterladbar sind. Generell gilt beispielsweise, dass die Kosten für einen Krankenrücktransport aus dem Ausland, egal ob EU oder sonstige Länder nach Deutschland die GKV üblicherweise nicht übernimmt. Das Kostenrisiko, das man als Reisender hat, wenn man im Ausland krank wird oder verunfallt und eine medizinische Behandlung oder einen Rücktransport benötigt, lässt sich mit einer privaten Auslandsreise-Krankenpolice absichern.

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