Wandern mit Spaß und möglichst ohne Risiko

(verpd) Der Herbst wartet unter anderem mit einem faszinierenden Farbenspiel der Blätter an den Bäumen auf. Nicht zuletzt deshalb, aber auch wegen der im Vergleich zur Hitze des Sommers angenehmen Temperaturen werden auch in diesem Jahr wieder viele im Oktober zum Wandern gehen. Es gibt jedoch auch bei dieser relativ sicheren Freizeitgestaltung einige Sicherheitsregeln, die beachtet werden sollten, um nicht in Notsituationen zu kommen und damit die eigene Gesundheit zu gefährden.

Wandern ist eine gesunde und auch erlebnisreiche Art, um etwas für seine Gesundheit zu tun. Doch es gibt durchaus auch Gefahren, die man dabei beachten sollte. Die Basis für eine sichere Wanderung ist eine umfassende Planung von der passenden Wanderroute bis hin zur nötigen Ausrüstung. Das Risiko von zahlreichen typischen Wanderunfällen, dazu gehören das Stolpern, Umknicken oder Stürzen, lässt sich durch eine erhöhte Aufmerksamkeit und Besonnenheit beim Gehen minimieren.

Zudem sollte man sich strikt an die markierten Wege und die geplante Route halten, damit man nicht die Orientierung verliert. Eine realistische Selbsteinschätzung verhindert einen der bei Bergwanderungen häufigsten Notfälle, die sogenannte Blockierung. Zahlreiche Rettungen sind nämlich notwendig, weil unverletzte Bergwanderer nur aufgrund konditioneller Probleme oder eines fehlenden alpinen Könnens nicht mehr zum geplanten Zielort oder zum Startpunkt zurückkehren können.

Die richtige Routenplanung

Die richtige Routenplanung sollte daher unter Berücksichtigung der körperlichen Verfassung und Kondition sowie bei Bergwanderungen der alpinen Erfahrungen der teilnehmenden Wanderer erfolgen. Eine geplante Tour sollte unter Einberechnung von Pausen ohne Zeitdruck noch vor Einbruch der Dunkelheit bewältigt werden können. Für Bergwanderungen empfiehlt es sich, auf den Schwierigkeitsgrad der geplanten Route zu achten.

Entsprechende Angaben erfolgen meist nach der international anerkannten Berg- und Alpinwanderskala des Schweizer Alpen-Clubs mit insgesamt sechs Schwierigkeitsgraden – T1 für sehr leichte bis T6 für sehr schwere und konditionell besonders anspruchsvolle Routen. Bei manchen Wanderrouten sind die Schwierigkeitsgrade in Form von Farben angegeben – leichte Wanderwege werden oft mit Gelb, Blau oder keiner Farbe, mittelschwere mit Rot und schwere Touren mit Schwarz gekennzeichnet.

Grundlegende Auskünfte zu den einzelnen Wanderrouten wie Schwierigkeitsgrad und Wanderdauer erhält man meistens von den Fremdenverkehrsämtern, örtlichen Bergwachten oder den Auskunftsstellen der verschiedenen Alpenvereine. Hilfe bei der Tourensuche bietet auch die App „alpenvereinaktiv“. Die Basisversion kann kostenlos im Webportal www.alpenvereinaktiv.com, einem gemeinsamen Tourenportal des Deutschen Alpenvereins (DAV) des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) und des Alpenvereins Südtirol (AVS) heruntergeladen werden.

Die passende Ausrüstung

Grundsätzlich sollte man vor einer Wanderung das Wetter beachten. Denn Gewitter, Sturm, starker Regen- oder Schneefall können nicht nur, aber besonders in den Bergen schnell zu Unfällen und gefährlichen Situationen führen. Beachten sollte man auch, dass sich insbesondere in den Bergen das Wetter und die Temperaturen innerhalb weniger Stunden schnell ändern können.

Zur Grundausstattung für eine Bergwanderung zählen unter anderem Verbandzeug und Blasenpflaster, ein Regen-, Kälte- und Sonnenschutz wie Sonnencreme, Handschuhe, Mütze und Regencape bis hin zur funktionellen Kleidung im Zwiebellook sowie leichte Snacks und Getränke. Der gepackte Rucksack sollte insgesamt so leicht wie möglich sein. Die Schuhe sollten so beschaffen sein, dass sie auch bei den unterschiedlichsten Untergründen wie Schotterwegen, nassen Wiesen oder morastigen Waldwegen Trittsicherheit bieten und bei Regen die Füße trocken halten.

Sinnvoll sind besonders bei Bergwanderungen spezielle Wanderschuhe mit griffigem Profil und einer wasserabweisenden Oberfläche. Normale Straßenschuhe, Turnschuhe oder gar Sandalen eignen sich hierfür nicht. Zur Ausrüstung gehören auch eine passende Wanderkarte, eventuell ergänzt durch ein GPS-Gerät zur besseren Orientierung und ein Smartphone mit allen gespeicherten Notrufen: Der Notruf in Deutschland und den EU-Ländern lautet 112, in Österreich ist es zudem die 140, in der Schweiz die 144 und 1414, in Italien und in Südtirol die 118 sowie in Frankreich die 15.

Besonders wichtig: Die realistische Selbsteinschätzung

Im Webauftritt des Club Arc Alpin (CAA), einem Dachverband von acht Alpenvereinen, steht ein kostenlos herunterladbarer Flyer zur Verfügung, der zehn wichtige Empfehlungen, was man unter anderem zur eigenen Sicherheit unbedingt beim Bergwandern beachtet werden sollte, enthält. Da nicht nur beim Wandern auch bei größter Vorsicht ein Unfall nicht ausgeschlossen werden kann, sollten zumindest die finanziellen Folgen eines solchen Unglücks abgedeckt sein.

Bei Wanderungen im Ausland ist beispielsweise eine Auslandsreisekranken-Versicherung unverzichtbar. Ohne eine solche Police müssen nämlich die Kosten für eine Bergrettung und/oder medizinische Hilfe – das können schnell fünf- oder sechsstellige Summen sein – häufig vom Betroffenen selbst getragen werden. Eine Absicherung von Einkommensausfällen oder auch Zusatzkosten, die beispielsweise durch eine unfallbedingte Invalidität auftreten, ist unter anderem mit einer privaten Unfallversicherung möglich.

Die gesetzliche Unfallversicherung springt bei Freizeitunfällen übrigens nicht ein. Und auch die anderen Sozialversicherungen wie die gesetzliche Rentenversicherung decken dauerhafte Einkommensausfälle durch Unfall oder Krankheit, wenn man überhaupt Anspruch darauf hat, nur zu einem Bruchteil ab. Über weitere Absicherungslösungen und welcher Schutz individuell passend ist, informiert ein Versicherungsfachmann.

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