Unbedenkliches Spielzeug

(verpd) Wer ein Spielzeug kauft, geht normalerweise davon aus, dass dessen Benutzung für ein Kind völlig unbedenklich ist. Den größten Anteil an Produkten, vor denen offiziell gewarnt wird, weil von ihnen ein erhöhtes Unfall- oder Gesundheitsrisiko ausgeht, haben jedoch ausgerechnet Spielwaren. Worauf Eltern und alle anderen, die einem Kind ein sicheres Spielzeug schenken möchten, achten sollten.

Es gibt diverse teils offizielle Stellen, die vor gefährlichen und unsicheren Produkten warnen. Zwei der bedeutendsten sind das deutsche Webportal der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit und der Webauftritt in englischer Sprache von Rapex. Rapex ist ein Schnellwarnsystem der Europäischen Kommission für den Verbraucherschutz, das unter anderem mit wöchentlichen Berichten vor gefährlichen Gebrauchsgegenständen wie Spielzeug, Bekleidung und elektrischen Geräten warnt.

Nach Angaben der Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) haben bei den Rapex-Warnmeldungen Spielzeuge im Vergleich zu anderen Produktarten den größten Anteil. Allein 2017 waren 29 Prozent aller von Rapex als gefährlich eingestuften Produkte Spielzeuge. Die häufigsten Risiken, die von der Benutzung solcher unsicheren Spielzeuge ausgehen, sind eine Verletzungs- oder Erstickungsgefahr sowie das Vorhandensein von chemischen Substanzen am Artikel, die das Kindeswohl gefährden können.

Augen auf beim Spielzeugkauf

Schon beim Einkauf kann man auf bestimmte Kriterien achten, damit das Spielzeug möglichst sicher ist. Grundsätzlich sollte man offensichtlich mangelhaft verarbeitete Produkte, bei denen beispielsweise die Farbe abgeht oder eigentlich fest angebrachte Bauteile bereits wackeln, nicht kaufen. Das Gleiche gilt für Spielzeug, das unangenehm oder nicht materialtypisch riecht.

Laut Experten ist besonders bei Spielzeug für Kleinkinder wichtig, dass keine scharfen Ecken und Kanten vorhanden sind, da diese leicht zu Verletzungen führen könnte. Verschluckbare Kleinteile, die sich beispielsweise vom Spielzeug lösen können, stellen gerade bei Kindern bis drei oder vier Jahren, die noch vieles in den Mund nehmen, ein erhöhtes Erstickungsrisiko dar.

Kinderspielzeug und auch Kinderkleidung sollten zudem keine längeren Kordeln oder Bänder haben, die zum Strangulationsrisiko für das Kind werden könnten.

Was Experten empfehlen

Außerdem ist es wichtig, dass das Spielzeug nicht leicht entflammbar ist und keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthält. Zu Letzteren zählen laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beispielsweise „krebserregende Stoffe oder Schwermetalle wie Blei und Cadmium, die in Farben von Kinderspielzeugen vorkommen können. Ebenfalls gefährlich sind einige Weichmacher im Spielzeug“.

Elektrisches Spielzeug darf laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) maximal eine Spannung von 24 Volt haben. Experten der BZgA empfehlen zudem, auf extrem lautes Spielzeug, vom Quietschentchen bis hin zum Spielzeugauto mit eingebauter Sirene mit mehr als 80 Dezibel zu verzichten, da anderenfalls Gehörschädigungen beim Kind drohen.

Weitere Ratschläge rund um die Produktsicherheit für Spielzeug und andere Gebrauchsgegenstände für Kinder findet man in den Webportalen des BAG, der BZgA und des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Im Webauftritt der BZgA steht beispielsweise, warum eine CE-Kennzeichnung nicht unbedingt sicherstellt, dass ein Produkt auch sicher ist. Die BZgA bietet zudem einen herunterladbaren Flyer mit Tipps zum sicheren Spielzeugkauf.

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