Jeder sechste hat einen oder mehrere Ratenkredite

(verpd) Hierzulande haben die Bürger insgesamt mehr als 18 Millionen laufende Ratenkredite, die sie abzahlen – Hypothekenkredite und Leasingverträge sind hier noch gar nicht eingerechnet, wie eine Datenauswertung der Auskunftei Schufa belegt. Für jeden, der einen Kredit aufnimmt, ist es wichtig, zu wissen, wie er diesen absichern kann, um ihn auch bei unvorhergesehenen Ereignissen vereinbarungsgemäß zurückzahlen und so größere Schwierigkeiten vermeiden zu können.

Der Auskunftei Schufa Holding AG lagen hierzulande für 2018 nach eigenen Angaben zu 67,7 Millionen Erwachsenen – das sind fast 98 Prozent aller Volljährigen – Informationen von der Adresse bis zur Bonität, hier auch zum Zahlungsverhalten von bestehenden Ratenkrediten, vor. Insgesamt ist die Zahl der laufenden Ratenkreditverträge – ohne Hypothekarkredite und Leasingverträge – von 17,9 Millionen in 2017 auf 18,4 Millionen Kreditverträge angestiegen.

Doch auch die Zahlungsmoral der Kreditnehmer, also derjenigen, die einen Kreditvertrag abgeschlossen haben und die Kreditraten laut Vertragsvereinbarung zahlen, hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Während 2017 noch 97,7 Prozent der Kreditnehmer ihre Kreditraten ordnungsgemäß bezahlt haben, waren es in 2018 sogar 97,8 Prozent.

Fast 16 Prozent der Erwachsenen haben einen Ratenkredit

Wie aus der Datenauswertung weiter hervorgeht, hatten 2018 rund 15,8 Prozent der Erwachsenen hierzulande einen oder mehrere Ratenkredite laufen, das heißt, jeder sechste hatte mindestens einen Ratenkredit abzubezahlen. Im Detail waren es bei den 18- bis 19-Jährigen 2,5 Prozent, bei den 20- bis 24-Jährigen 11,3 Prozent und bei den 25- bis 29-Jährigen 17,6 Prozent. Anteilig die meisten Kreditverträge hatten die 30- bis 59-Jährigen, nämlich zwischen 19,0 und 22,2 Prozent, der letztgenannte Anteil entfiel auf die 40- bis 45-Jährigen.

Bei den 60- bis 64-Jährigen lag der Anteil derjenigen, die mindestens einen Kreditvertrag hatten, bei 16,0 Prozent, bei den 65- bis 69-Jährigen bei 12,6 Prozent, bei den 70- bis 74-Jährigen bei 10,4 Prozent und bei den über 74-Jährigen bei 3,3 Prozent. Auch die durchschnittliche Kreditlaufzeit war im mittleren Alter am höchsten. Im Durchschnitt von allen in 2018 neu abgeschlossenen Kreditverträgen betrug diese 50,6 Monate, bei den 50- bis 54-Jährigen waren es sogar 53,2 Monate. Die 18- bis 19-Jährigen hatten dagegen nur eine Laufzeit bei Neuverträgen von im Schnitt 34,1 Monaten und die ab 74-Jährigen von 39,5 Monaten.

Damit ein Kredit in Notfällen nicht zum Problem wird

In 2018 wurden fast 7,9 Millionen Kreditverträge neu abgeschlossen. Die durchschnittliche Kredithöhe eines im letzten Jahr neu aufgenommenen Kreditvertrages betrug 11.140 Euro, das waren fast 900 Euro mehr als bei den Neuverträgen in 2017. Wie auch im Vorjahr entfiel der größte Anteil, nämlich rund 39 Prozent aller Neukredite, auf Verträge mit einer Kreditsumme von mehr als 10.000 Euro – wie bereits genannt, sind hier die Bau- beziehungsweise Hypothekenkredite nicht mitgerechnet.

Prinzipiell sollte jeder, der einen größeren Kredit – egal ob einen höheren Raten- oder einen Hypothekenkredit – aufnimmt, darauf achten, dass die Rückzahlung auch in schwierigen Zeiten abgesichert ist, um Probleme für sich und seine Angehörigen zu vermeiden. Wird ein Kredit nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt, kann nach einem Mahnverfahren unter anderem die gesamte Restschuld zuzüglich hoher Verzugszinsen sofort fällig werden. Neben einem negativen Schufa-Eintrag ist auch eine Gehaltspfändung bis hin zur Zwangsvollstreckung von Hab und Gut möglich.

Möglich ist eine entsprechende Kreditabsicherung mithilfe einer sogenannten Restschuld- oder Restkreditversicherung – eine besondere Form der Risiko-Lebensversicherung. Je nach Vertragsvereinbarung übernimmt eine solche Police bei Tod, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und/oder Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers die ausstehende Restschuld und/oder zahlt vorübergehend die anfallenden Kreditraten weiter.

Geld von der Lebensversicherung

Übrigens, auch eine bestehende Kapitallebens-Versicherung kann helfen, eine gewünschte finanzielle Liquidität zu erreichen. Mitunter lässt sich damit auch die Aufnahme eines Bankkredits umgehen. Häufig ist bei solchen Lebensversicherungs-Verträgen nämlich ein sogenanntes Policendarlehen möglich. Beim Policendarlehen sind im Gegensatz zu einem normalen Bankkredit in der Regel keine Bonitätsprüfung und kein Schufa-Eintrag notwendig.

Der Versicherungskunde (Versicherungsnehmer) erhält beim Policendarlehen einen Teil des Versicherungs-Vertragsguthabens als Vorauszahlung vom Versicherer schon vor dem Ende der Vertragsdauer ausbezahlt. Je nach Vereinbarung kann der Versicherungskunde das geliehene Geld zuzüglich der Zinsen, die für die Beleihung verlangt werden, in mehreren Raten oder als Einmalzahlung wieder einzahlen.

Alternativ kann er aber auch seine bisherige Ablaufleistung entsprechend der Beleihungshöhe und der dafür anfallenden Zinsen kürzen lassen. Der Todesfallschutz und die bisher vereinbarte Beitragszahlung werden hierbei in der Regel nicht berührt.

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