Gefährliche Irrtümer beim Thema Wohnungseinbruch

(verpd) Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2015 deutlich zurückgegangen ist, heißt das noch lange nicht, dass man selbst davon nie betroffen sein wird. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. ist nämlich zum einen nach wie vor die Ausstattung der meisten Wohnungen und Häuser mit moderner Sicherheitstechnik zu gering. Zum anderen gibt es in der Bevölkerung eine Vielzahl von Fehleinschätzungen, die dazu führen können, dass Einbrecher ein leichtes Spiel haben.

Seit 2015 geht die Zahl der polizeilich registrierten Wohnungseinbrüche zurück. 2015 gab es laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 (PKS 2018) über 167.100 Wohnungseinbrüche und -einbruchsversuche; das war der bisher höchste Wert. 2016 waren es dagegen nur knapp 151.300 und 2017 sogar nur noch rund 97.500 derartige Delikte, der bisher niedrigste Stand bei den Wohnungseinbrüchen und -einbruchsversuchen. Für 2018 wird sogar ein noch niedrigerer Wert erwartet, allerdings liegen die endgültigen Zahlen noch nicht vor.

Dennoch gab es auch in 2017 im Schnitt alle 30 Minuten fast sechs Einbrüche. Allerdings kommen immer häufiger die Einbrecher nicht zum Ziel, um etwas zu stehlen, und es bleibt beim Einbruchsversuch. Während es 2015 bei 42,7 Prozent der Einbruchsdelikte beim Versuch blieb, waren es in 2017 schon 45,4 Prozent. Ein Grund dafür ist laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ein steigender Einbruchschutz an den Häusern.

Einbruchssicherungen wirken

Dies widerlegt ein häufiges Vorurteil, nämlich, dass sich ein Einbrecher durch Sicherheits-Einrichtungen nicht aufhalten lässt. Nach Angaben des GDV zeigen Statistiken, dass bei rund einem Drittel der Einbruchsversuche der Dieb sein Vorhaben aufgibt, wenn er nicht binnen drei bis fünf Minuten eindringen kann. Übrigens stimmt auch die weitverbreitete Annahme, dass eine sichtbare Alarmanlage am Haus Diebe sogar noch anzieht, so nicht. Nach Angaben des GDV ist die abschreckende Wirkung dieser Sicherheitseinrichtungen statistisch erwiesen.

Wer also seine Türen und Fenster mit einer modernen Einbruchssicherung ausstattet und/oder eine Alarmanlage installiert, verringert das Risiko, Opfer eines vollendeten Einbruchs zu werden, erheblich. Laut GDV sorgen jedoch bei Weitem nicht alle Hausbesitzer und Mieter ausreichend vor. So seien zum Beispiel schlecht gesicherte Türen und offen stehende Fenster immer noch weit verbreitet. Laut einer Forsa-Umfrage haben nur 23 Prozent der Haushalte abschließbare Fenstergriffe, 18 Prozent eine zusätzliche Türsicherung zum normalen Schloss und fünf Prozent eine Alarmanlage.

Hausbesitzer, aber auch Mieter, die den Einbruchschutz ihres Eigenheims verbessern, erhalten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, auf Antrag Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Entsprechende Förderprogramme gibt es diesbezüglich auch von einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Einbrecher sind nicht nur nachts aktiv

Ein weiterer weitverbreiteter Irrtum ist, dass Einbrecher nur nachts aktiv sind. Wie die PKS 2018 belegt, wurden knapp 38.100 Wohnungseinbruchs-Delikte und damit 39,1 Prozent aller Delikte dieser Art am Tage verübt.

Gerade offen stehende Terrassentüren und Fenster oder nur zugezogene und nicht verschlossene Eingangstüren werden insbesondere von Gelegenheitsdieben auch am Tage genutzt, um in eine Wohnung einzudringen.

Auch dass Einbrecher hauptsächlich in der Urlaubszeit, also in den Sommermonaten, ihre Taten verüben, ist nicht richtig, wie eine Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. von über 1.300 Einbruchsopfern widerlegt. Die meisten Einbrüche bei den Umfrageteilnehmern ereigneten sich in den Monaten September bis Januar – im Durchschnitt waren es deutlich mehr Einbrüche pro Monat als von Februar bis August.

Eingebrochen wird nicht nur in lukrativen Objekten

Viele glauben fälschlicherweise zudem, dass sich Einbrecher nur offensichtlich lukrative Objekte zum Einbruch aussuchen und sie daher für sich keine Gefahr sehen. Doch zum einen unterschätzen viele die Werte, die sie tatsächlich im Haus haben, zum anderen wissen die Einbrecher häufig nicht, ob sich ein Einbruch in eine bestimmte Wohnung auch tatsächlich lohnt und sie brechen dennoch ein.

Auch die inkorrekte Annahme, dass Diebe die im Haus versteckten Wertsachen sowieso nicht finden, kann sich schnell als teurer Irrtum erweisen, denn es gibt laut GDV kein Versteck, das Einbrecher nicht kennen. Daher sollte man Wertsachen am besten in einem Safe, der durch eine qualifizierte Prüfstelle wie die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), ein Unternehmen des GDV, anerkannt ist, aufbewahren. Das verringert zum einen das Diebstahlrisiko.

Zum anderen erhöhen sich damit in der Regel auch die Entschädigungsgrenzen in der Hausratversicherung für viele der im Safe aufbewahrten Wertsachen, wenn der Einbrecher dennoch die Dinge aus dem Tresor entwendet, im Vergleich zu einem Diebstahl aus einem üblichen Schrank. Weitere Tipps zum Einbruchschutz gibt es unter www.vds-home.de, einem Webauftritt des VdS, und bei den Webportalen www.k-einbruch.de sowie www.nicht-bei-mir.de.

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