Diese Automodelle werden in der Kfz-Versicherung günstiger

(verpd) Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ändert sich bei der Mehrheit der bestehenden Kfz-Verträge in 2020 nur wenig an der Versicherungsprämie aufgrund der vor Kurzem aktualisierten Typklasseneinstufung. Insgesamt kommt es nur bei rund einem Viertel aller Kfz-Policen zu einer Prämienminderung oder -erhöhung. Bei über 97 Prozent der Voll- und Teilkasko-Verträgen ändert sich der Beitrag wegen der neuen Typklasse nicht oder wird sogar günstiger.

Die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung kann neben diversen anderen Kriterien auch vom versicherten Automodell beziehungsweise dessen Einstufung in die jeweilige Typklasse abhängen. Jedes der hierzulande erhältlichen rund 30.000 Automodelle wird nämlich entsprechend einer nach Kfz-Versicherungsart jährlich ermittelten Schadenbilanz in je eine Typklasse eingestuft. Sind die Kfz-Haftpflicht- und/oder Kaskoschäden eines Fahrzeugtyps im Vergleich zum Vorjahr günstiger oder teurer, ändert sich auch die Typklasseneinstufung für die jeweilige Versicherungsart entsprechend.

Bei einer geringeren Schadenhöhe als im Vorjahr wird die Typklasse niedriger eingestuft – je niedriger die Typklasse, desto günstiger ist die Kfz-Versicherungsprämie und umgekehrt. Bei rund drei von vier bestehenden Kfz-Haftpflicht-Versicherungen und bei etwa jedem zweiten Kfz-Kaskovertrag wird es aufgrund der neuen Typklasseneinstufungen keine Änderungen geben. Es gibt jedoch auch Fahrzeugtypen, die aufgrund einer stark veränderten Schadenbilanz zum Vorjahr in der Kfz-Versicherung billiger oder teurer werden.

Die jährliche Typklasseneinstufung

Prinzipiell sind alle Automodelle in der Kfz-Haftpflichtversicherung in 16 Typklassen, nämlich von Typklasse 10 bis 25 eingestuft. In der Vollkaskoversicherung sind es 25 Typklassen – von Typklasse 10 bis 34 – und in der Teilkaskoversicherung gibt es 24 Typklassen, nämlich von Typklasse 10 bis 33. Für die Typklassenstatistik werten die Statistiker des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jährlich die Schadenbilanzen aller hierzulande zugelassenen Automodelle aus.

Die jährliche Typklasseneinstufung des GDV ist für die Kfz-Versicherer unverbindlich. Sie kann ab Bekanntgabe – dies erfolgt in der Regel im September eines jeden Jahres – für neu beantragte Kfz-Versicherungen gelten.

Bei bestehenden Kfz-Versicherungspolicen wird die Prämie nach der neuen Einstufung in der Regel erst zur nächsten Hauptfälligkeit berechnet, also meist ab dem 1. Januar des nächsten Jahres.

Bei der Mehrheit der Automodelle ändert sich nichts

Laut der neuesten Typklassenstatistik, die am 17. September 2019 veröffentlicht wurde und für bestehende Kfz-Verträge in der Regel zum 1. Januar 2020 gilt, werden rund 4,6 Millionen Autos in der Kfz-Haftpflicht-Typklasse niedriger als bisher eingestuft. Das sind etwa elf Prozent aller 40,8 Millionen Kfz-Haftpflichtverträge (ohne Flottenversicherungen von Firmen). Diese Kfz-Halter können daher mit einer niedrigeren Kfz-Prämie rechnen.

Bei 6,5 Millionen Pkws, das sind knapp 16 Prozent der versicherten Autos, wird sich die Kfz-Haftpflichtprämie zum Teil erhöhen, da die entsprechende Typklasse aufgrund eines höheren Schadenaufkommens beim jeweiligen Automodell heraufgestuft wurde.

In der Vollkaskoversicherung profitieren rund 10,2 Millionen Pkw-Halter und in der Teilkaskoversicherung etwa 4,5 Millionen Autohalter von einer Herabsetzung der Typklasse ihres Wagens und damit von einer Absenkung des Kaskobeitrages. Das sind etwa 45 Prozent der vollkasko- und 35 Prozent der teilkaskoversicherten Autos. Nur rund 500.000 vollkasko- und 400.000 teilkaskoversicherte Pkws werden hochgestuft, das heißt bei etwa zwei Prozent aller vollkasko- und drei Prozent aller teilkaskoversicherten Autos wird der Versicherungsbeitrag voraussichtlich steigen.

Autos mit stark geänderten Typklassen in der Kfz-Haftpflicht- ...

Insgesamt gab es diesmal maximal eine Verbesserung einzelner Automodelle in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Typklasse um je vier Typklassen und in der Teilkasko-Typklasse um drei Typklassen. Zudem gab es vereinzelt eine Verschlechterung in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Typklasse um höchstens drei Typklassen und in der Teilkasko-Typklasse um maximal zwei Typklassen.

Über eine deutlich bessere Typklasseneinstufung und damit einer günstigeren Kfz-Haftpflichtversicherung dürfen sich zum Beispiel Besitzer des Seat ARONA 1.0, VW T-ROC 1.5 TSI und des Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4 freuen. Denn diese Automodelle verbesserten sich mit der aktuellen Typklassenstatistik vom September 2019 um vier Typklassen auf Typklasse 12. Ebenfalls um vier Typklassen, nämlich auf Typklasse 14 herabgesenkt wurde der Kia Stonic 1.2.

Mit teureren Kfz-Haftpflichtbeiträgen müssen dagegen Besitzer der Automodelle VW Eco UP! 1.0 CNG und Honda Jazz Hybrid 1.4 rechnen. Hier gab es eine Anhebung um jeweils drei Typklassen, beim genannten VW auf Typklasse 18 und beim aufgeführten Honda auf Typklasse 19. Der Skoda Octavia 1.2 TS wurde um zwei Typklassenstufen in Typklasse 17 hochgestuft.

... und in der Kfz-Kaskoversicherung

Um vier Typklassen heruntergestuft wurden in der Vollkasko-Typklasse die Automodelle Suzuki Ignis 1.2 (nun Typklasse 18), VW T-ROC 1.5 TSI (nun Typklasse 15) und Suzuki Swift 1.2 (nun Typklasse 22). Die Vollkaskoprämie für diese Pkws dürfte sich damit verbilligen. In der Teilkasko wurde der Kia Stonic 1.2 um drei Typklassen auf Typklasse 19 herabgestuft, was ebenfalls bei vielen Kfz-Versicherern eine Prämiensenkung bewirkt.

Teurer wird voraussichtlich der Vollkaskoschutz für den Opel Corsa-D 1.4. Dieses Automodell wurde um drei Typklassen auf Typklasse 17 hochgestuft. In der Teilkasko wurde der Mazda CX-5 2.2 D AW zwei Typklassen höhergestuft und liegt nun bei Typklasse 32 – hier ist ebenfalls mit einem Anstieg der Kfz-Teilkaskoprämien zu rechnen.

Der GDV bietet im Internet ein Suchportal an, bei dem jeder selbst feststellen kann, in welche Typklassen sein Fahrzeug ab dem 17. September eingestuft ist.

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