Damit Schiffsdiebe keinen Erfolg haben

(verpd) Schiffe und Schiffsteile wie Außenbordmotoren sind meist hochpreisig und daher ein beliebtes Diebesgut. Wie ein Skipper das Diebstahlrisiko minimieren, aber auch das Auffinden seines gestohlenen Schiffes erleichtern kann.

Nach Angaben der Polizei und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ist es für Bootseigentümer und Skipper hinsichtlich des Diebstahlschutzes wichtig, den Kriminellen bereits den Zugang an Bord des Schiffes zu erschweren.

Daher sollten immer die Türen und Fenster der Kajüte am besten mit speziellen Sicherungen verschlossen sein, selbst wenn das Boot nur kurz im Hafen liegt. Die Polizei empfiehlt zudem, abgelegene Steganlagen zu meiden und bei einer längeren Abwesenheit Stegnachbarn und Hafenmeister zu informieren, damit diese wachsamer sind.

Von der Sperre des Steuerrades bis zur Alarmanlage

Einige Diebstähle lassen sich durch eine Einbruchmeldeanlage mit akustischen und/oder optischen Signalen, die im Falle des Falles direkt eine Notserviceleitstelle informiert, verhindern.

Präventionsmaßnahmen gegen den Diebstahl des kompletten Schiffes können auch eine versteckte Absperrung der Benzinzufuhr, eine Sperre des Steuerrads oder der Pinne sowie neben der Liegeplatzvertäuung eine zusätzliche Sicherung mit Stahlketten sein.

Steht das Boot auf einem Trailer, sollte dieser gegen Diebstahl unter anderem durch eine Kupplungssicherung, durch Radkrallen oder aber auch durch Stahlständer als Radersatz und eine zusätzliche Absicherung mit Ketten gesichert werden.

Generell sollte leicht demontierbares oder tragbares Zubehör wie Ferngläser oder ein transportabler Tank bei längerer Abwesenheit nicht an Bord bleiben, damit Gelegenheitsdiebe nicht zum Einbruch verleitet werden. Die Polizei rät ferner, die Gardinen am Schiff geöffnet zu lassen, damit Kriminelle gleich erkennen, dass im Schiffsinneren nichts Wertvolles zu stehlen ist.

Damit der Motor nicht gestohlen wird

Bei Dieben sind Schiffsteile und Zubehör wie Außenbordmotoren, Funk- und Navigationsgeräte sehr gefragt. So kommt es zum Beispiel immer wieder vor, dass Kriminelle den Motor klauen, nachdem sie den Heckspiegel zersägt haben, um an das Diebesgut zu kommen, und so ein zerstörtes Boot hinterlassen.

Die Polizei Bremen rät daher, einen Außenbordmotor am Spiegel mit selbstsichernden Schrauben oder Abreißschrauben zu sichern und den Spiegel mit einer Stahlplatte zusätzlich zu verstärken, um das Heraussägen des Motors zu erschweren. Schutz vor einem Diebstahl des Außenbordmotors bietet auch eine Sicherung mit einem schwer zu knackenden Schloss, wie einem VdS- oder gleichwertig zertifiziertem Schloss, das über die Knebelschrauben reicht.

Leichte Außenborder auf kleinen Sportbooten sollten bei längerer Abwesenheit am besten abgenommen und zu Hause aufbewahrt werden.

Per Peilsender den Dieben auf der Spur

Ein verbautes Ortungssystem wie ein unauffällig positionierter GPS-Peilsender hilft beim Wiederauffinden eines gestohlenen Schiffes. Eine ausführliche Beschreibung der Schiffsmerkmale erleichtert zudem die Identifikation eines Bootes und damit auch die Fahndung. Um keine wichtigen Angaben zu vergessen, empfiehlt sich diesbezüglich das Ausfüllen eines Bootspasses.

Einen Bootspass gibt es oft kostenlos beim jeweiligen Schiffsversicherer, aber auch zum Herunterladen auf den Internetseiten für Skipper des GDV, sowie bei der Polizei unter www.polizei-beratung.de.

Der Bootspass sollte stets auf dem neuesten Stand gehalten und beispielsweise nachträgliche An- oder Einbauten oder erledigte größere Reparaturen vermerkt werden. Er sollte zudem an einem sicheren Ort und nicht auf dem Boot aufbewahrt werden. Hilfreich sind zudem Bilder vom Schiff und vom Schiffszubehör aus verschiedenen Perspektiven, die zusammen mit dem Bootspass aufbewahrt werden.

Die Polizei rät ferner bei Booten, Außenmotoren und anderem hochwertigen Zubehör, das aus festem Material wie Metall oder hartem Kunststoff besteht, eine zusätzliche individuelle Nummer eingravieren (codieren) zu lassen und diese ebenfalls im Bootspass zu vermerken. Ein codiertes Schiff oder Schiffszubehör ist für Diebe weniger interessant, da diese leichter als Diebesgut zu identifizieren und damit schwerer zu verkaufen sind.

Weitere Tipps für Skipper und solche, die es werden wollen

Worauf Käufer eines gebrauchten Bootes achten sollten, um nicht unwissentlich ein gestohlenes Schiff zu kaufen, enthält der Ratgeber „Risiken beim Kauf eines gebrauchten Bootes“ der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg.

Tipp: Mit einer Bootskaskoversicherung kann sich ein Schiffseigentümer gegen Diebstahlschäden, aber auch gegen den Verlust oder die Beschädigung durch Feuer, höhere Gewalt, Unfall, Kentern und Sinken, absichern. Je nach Vertragsvereinbarung leistet der Versicherer zudem bei Schäden, die bei Land- und Fährtransporten innerhalb Europas und/oder als Folge eines Konstruktions-, Fabrikations- und Materialfehlers entstanden sind.

Einige Versicherer erstatten nicht nur den Zeitwert – also den Wert des Schiffes zum Schadenszeitpunkt –, sondern den Neupreis, vorausgesetzt das Boot ist noch relativ neu. Versicherbar ist optional auch die Kostenübernahme für eine eventuell notwendige Wrackbeseitigung nach einem versicherten Schaden. Auf Wunsch informiert ein Versicherungsfachmann über weitere Details, was über eine Bootsversicherung abgesichert werden kann.

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