Bei Bahnübergängen ist Vorsicht geboten

(verpd) Jedes Jahr werden bei Verkehrsunfällen an Bahnübergängen zwischen 150 und 260 Personen verletzt oder getötet. Wie Analysen zeigen, liegt die Unfallursache meist nicht an der Technik, sondern am Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern. Fußgänger, Radfahrer und Kfz-Fahrer können mit ein paar Verhaltensmaßnahmen ihre eigene Unfallgefahr deutlich verringern.

Hierzulande gibt es knapp 16.000 Bahnübergänge. Nach neuesten Daten der Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchung, die vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) ausgewertet wurden, kam es letztes Jahr diesbezüglich zu 146 schweren Unfällen, bei denen 165 Personen verletzt und 42 Verkehrsteilnehmer getötet wurden.

Auch binnen der letzten zehn Jahre erlitten jährlich zwischen 130 und 225 Personen bei Bahnübergangs-Unfällen gesundheitliche Schäden, weitere 28 bis 42 Unfallbeteiligte erlagen ihren Unfallverletzungen. Laut Deutscher Bahn wird ein Großteil dieser Unfälle, nämlich über 97 Prozent, durch Fehlverhalten der unfallbeteiligten Kfz- und Radfahrer sowie Fußgänger verursacht.

Bei Bahnübergängen ist Leichtsinn lebensgefährlich

Beispielsweise ereignet sich jeder dritte Bahnübergangsunfall laut einem NDR-Bericht, weil Verkehrsteilnehmer nicht vor einer geschlossenen Halbschranke anhalten, sondern versuchen, diese zu umfahren.

Zahlreiche Unglücke ereignen sich auch, weil Ampelzeichen an unbeschrankten Bahnübergängen nicht gesehen oder bewusst ignoriert werden. Viele Verkehrsteilnehmer sind zudem an nicht technisch gesicherten Bahnübergängen, die nur mit einem Andreaskreuz, einem Drehkreuz oder einer Umlaufsperre ausgerüstet sind, zu leichtsinnig und vergewissern sich nicht ausreichend, ob ein Zug kommt.

Beim Andreaskreuz hat der Zug immer Vorfahrt

Die Deutsche Bahn (DB) hat mit diversen anderen Partnern, wie der Bundesarbeits-Gemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. sowie zwei gesetzlichen Unfallversicherern Tipps für das richtige Verhalten an Bahnübergängen veröffentlicht, um das Unfallrisiko zu minimieren. Bahnübergänge erkennt man am Andreaskreuz. „Das Verkehrszeichen zeigt an, dass der Zug hier stets Vorrang hat – auch an Fuß-, Feld-, Wald- oder Radwegen“, so die DB.

Man sollte sich einem Bahnübergang laut DB nur langsam nähern und bremsbereit sein. Weiße Baken mit roten Streifen am Straßenrand zeigen an, wie weit der Bahnübergang noch entfernt ist. Auf keinen Fall sollte man vor einem Bahnübergang überholen. Zudem gilt es, die zulässige Geschwindigkeit auf Strecken mit Bahnübergängen nicht zu überschreiten

Akustische Signale der Bahnübergangsanlagen oder der Züge sind auf alle Fälle zu beachten. Nähert man sich einem Bahnübergang, sollte man daher die Lautstärke des Kfz-Radios minimieren und als Fußgänger die Kopfhörer abnehmen, um mögliche Signale zu hören. Zeigt die Ampel an einem Bahnübergang rot, muss man immer stehen bleiben, auch wenn die Schranken noch oben sind. Selbst bei gelbem Licht und rotem Blinklicht muss man ebenfalls anhalten.

Geschlossene Schranken niemals umfahren

Grundsätzlich muss man immer vor einer geschlossenen Schranke so lange stehen bleiben, bis sie wieder offen ist. Man darf zudem eine geschlossene oder sich schließende Schranke niemals umfahren oder darüber klettern.

An einem unbeschrankten Bahnübergang, der nur mit einem Andreaskreuz versehen ist, sollte man in aller Ruhe nach beiden Seiten die Strecke prüfen und erst den Bahnübergang überqueren, wenn man sich vergewissert hat, dass kein Zug kommt.

Bleibt das eigene Fahrzeug wegen einer Panne oder eines Unfalles auf dem Bahnübergang liegen, müssen alle Insassen sofort das Kfz verlassen und außerhalb der Gleisanlagen warten. Zudem ist umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 112 zu informieren.

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