Autonomes Fahren – Fluch oder Segen?

(verpd) Fast zwei von drei Verbrauchern würden in zehn Jahren ein selbstfahrendes einem traditionellen Fahrzeug vorziehen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage einer Unternehmensberatung von über 5.000 Konsumenten aus sechs Ländern. Bei den Bundesbürgern liegt der Anteil immerhin bei über 60 Prozent.

Das autonome Fahren gilt als eines der Zukunftsthemen weithin. Doch obwohl hierzulande vielerorts schon eifrig auf Teststrecken automatisierte Fahrzeuge unterwegs sind, ist die Marktreife der Robo-Autos noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Allerdings wirft die neue Technik zahlreiche (Sicherheits-)Fragen auf. Zudem gibt es aufseiten der Unternehmen genauso Vorbehalte und Sicherheitsbedenken wie in der Bevölkerung.

So viele Verbraucher würden mit einem autonomen Pkw fahren

Letzteres hat aktuell die international tätige Unternehmensberatung Capgemini untersucht. Für die Studie „The Autonomous Car. A Consumer Perspective“ wurden im Dezember 2018 über 5.500 Verbraucher in sechs Ländern befragt. Knapp 800 davon stammten aus Deutschland.

Die Unternehmensberatung berichtet im Ergebnis von einer steigenden Akzeptanz und Begeisterung für das autonome Fahren. Aktuell kann sich aber nur jeder Vierte vorstellen, jetzt schon in ein selbstfahrendes Auto einzusteigen beziehungsweise diese Fahrzeugart dem bisherigen Auto vorzuziehen.

Allerdings gab jeder Zweite an, dass er in fünf Jahren einen autonom fahrenden Wagen einem traditionellen Fahrzeug vorziehen würde. Bis 2029 erhöht sich der Anteil derjenigen, die dann einen selbstfahrenden Wagen statt eines Autos mit bisheriger Technik nutzen würden, sogar auf fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent).

Nationale Unterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Länder offenbart zum Teil immense Unterschiede. So möchte sich derzeit bereits mehr als jeder dritte Chinese (34 Prozent), aber nur 15 Prozent der Schweden in einem automatisierten Fahrzeug fortbewegen.

Bei den befragten Verbrauchern in Frankreich waren es 16 Prozent, in Deutschland 17 Prozent, in Großbritannien 21 Prozent und in USA 30 Prozent. Zehn Jahre in die Zukunft geblickt, sind deutlich höhere Anteile zu beobachten und die Abstände zusammengeschrumpft.

So würden fast drei von vier Befragten in China (72 Prozent), aber nur gut die Hälfte der Verbraucher in Frankreich (57 Prozent) ein selbstfahrendes Auto einem traditionellen Fahrzeug vorziehen. Bei den Briten, Schweden und Deutschen sind es immerhin je 61 Prozent und bei den befragten Verbrauchern in den USA 63 Prozent.

Mit welchen Vorteilen die Verbraucher rechnen

Erhoben wurde im Rahmen der Untersuchung ferner, mit welchen Verbesserungen die Konsumenten durch das autonome Fahren rechnen. Wie die Auftraggeber der Studie mitteilten, erwarten die befragten Verbraucher in erster Linie positive Effekte, nämlich fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer (73 Prozent) gehen von einer besseren Kraftstoffeffizienz und 71 Prozent von geringeren Kohlendioxidemissionen (Prozent) aus.

Zudem erwarten sich die Hälfte der Befragten (50 Prozent) durch das autonome Fahren eine Zeitersparnis. Auch die Art und Weise, wie das Auto genutzt wird, wird sich nach Meinung der Umfrageteilnehmer ändern. So ist es für fast jeden Zweiten (49 Prozent) vorstellbar, dass ein selbstfahrendes Auto für ihn Besorgungen unternimmt. Für 54 Prozent ist es denkbar, dass ein Wagen mit dieser Technik Freunde und Familienmitglieder, die selbst nicht in der Lage sind zu fahren, abholt oder bringt.

Jeder Zweite erwartet außerdem, dass er, während er mit dem Pkw automatisch gefahren wird, sich nicht auf das Fahren konzentrieren zu müssen und so die Fahrzeit anderweitig nutzen zu können, zum Beispiel zum Arbeiten, einen Videofilm anzusehen, zu schlafen oder einfach die Reise zu genießen.

Hohe Sicherheitsbedenken

Trotz aller möglichen Vorteile haben viele noch hohe Sicherheitsbedenken. So gaben 73 Prozent der Befragten an, sich um die Sicherheit der Fahrzeuge zu sorgen. 72 Prozent äußerten Bedenken bei den eingesetzten Sicherheitssystemen. Und 71 Prozent der Umfrageteilnehmer haben Angst davor, dass ein selbstfahrender Pkw in manchen Situationen beziehungsweise Zwischenfällen falsch reagieren könnte. Doch auch die Anforderungen, die Experten an die Sicherheit des autonomen Fahrens stellen, sind hoch.

So muss nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) jedes automatisierte System mindestens so sicher sein wie ein Mensch. „Auch wenn 90 Prozent aller Unfälle auf Fahrfehlern beruhen, verursacht ein menschlicher Fahrer heute nur alle 2,5 Millionen Kilometer oder alle 180 Jahre einen Unfall mit Verletzten“, so der GDV.

Schon heute lassen sich laut des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) rund 50 Prozent der schweren Unfälle durch Fahrerassistenzsysteme (FAS) wie Notbrems- und/oder Spurwechselassistent bis hin zum Abstandsregler verhindern. In einem DVR-Webportal gibt es einen kostenlosen Onlinetest, mit dem jeder ermitteln kann, welche der bereits heute angebotenen Fahrerassistenzsysteme zum individuellen Fahrprofil passen. Zudem steht eine Onlinedatenbank zur Verfügung, die zeigt, welche dieser Systeme je Fahrzeugmodell angeboten werden – dazu sind rund 300 Autotypen hinterlegt.

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