Absicherung für Helfer

(verpd) Hilfsbereitschaft ist gut, und bei einem Unfall sogar gesetzliche Pflicht. Wer als Pannen- oder Unfallhelfer während seiner Hilfsdienste selbst verletzt wird, ist in der Regel durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt – doch es gibt Unterschiede.

Viele Verkehrsteilnehmer halten an, wenn sie sehen, dass ein anderer eine Panne mit seinem Fahrzeug hat, um dem Betroffenen zu helfen. Wer zu einem Unfall kommt und keine Hilfe leistet, obwohl dies notwendig wäre, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Denn jeder, der zu einem Unfall kommt oder sieht, dass jemand in Gefahr ist, muss helfen, wenn ihm dies den Umständen nach zuzumuten ist.

Nur wer sich selbst einer Gefahr aussetzen oder wichtige Pflichten verletzen würde, kann nicht wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. Anderenfalls muss er gemäß Paragraf 323 c StGB (Strafgesetzbuch) mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Doch wer haftet, wenn der Helfende beim Radwechsel, beim Abschleppen oder Anschieben eines liegengebliebenen Fahrzeuges oder bei der Versorgung eines Unfallverletzten selbst zu Schaden kommt?

Gesetzliche Unfallversicherung für Pannenhelfer ...

Laut Paragraf 2 SGB VII (Siebtes Sozialgesetzbuch) steht jeder, der einem anderen in einer Notsituation wie einem Unfall oder auch einer Panne hilft, unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Dazu muss der Helfer selbst noch nicht einmal in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sein, wie dies zum Beispiel bei vielen Freiberuflern und Selbstständigen der Fall ist.

Als Pannen gelten diesbezüglich jedoch nur Schäden an Kraftfahrzeugen. Darunter fallen Pkws, Lkws, Motorräder oder sonstige zulassungs- oder versicherungspflichtige Zweiräder wie Mopeds oder Motorroller. Der gesetzliche Unfallschutz greift somit nicht, wenn man jemandem mit einer Fahrradpanne hilft.

Ebenfalls nicht unter den gesetzlichen Versicherungsschutz fallen Tätigkeiten, die dem eigenen Nutzen dienen. Das wäre beispielsweise dann der Fall, wenn ein Kfz-Insasse eines Pannenfahrzeugs versucht, dieses Kfz wieder in Gang zu bringen und sich dabei verletzt.

... und wenn andere in Gefahr sind

Helfer bei Unfällen, Naturkatastrophen oder bei sonstigen Situationen, bei denen eine Gefahr für andere Personen besteht, stehen jedoch generell unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies trifft beispielsweise für Notfälle zu, bei denen eine Erste Hilfe für verletzte Personen notwendig ist.

In solchen Fällen ist der Versicherungsschutz unabhängig davon, ob überhaupt ein Verkehrsmittel von der in Not geratenen Person benutzt wurde. Der Versicherungsschutz besteht für alle helfenden Bundesbürger in diesen Fällen auch bei Notfällen im Ausland.

Welcher gesetzliche Unfallversicherungs-Träger zuständig ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und kann direkt telefonisch bei der kostenlosen Hotline (Telefonnummer 0800 6050404) der gesetzlichen Unfallversicherung erfragt werden.

Umfassender finanzieller Schutz

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind die gleichen, als wenn ein Berufstätiger einen Arbeitsunfall erlitten hätte. Unter anderem werden die Kosten für die Heilbehandlung und eventuell notwendige Rehabilitation übernommen. Im Falle einer Erwerbsminderung werden eine Erwerbsminderungsrente und, sollte der Helfer zu Tode gekommen sein, auch eine Hinterbliebenenrente bezahlt.

Allerdings reichen die gesetzlichen Unfallleistungen, die einem Unfall- oder Pannenhelfer zustehen, der einen gesundheitlichen Schaden während der helfenden Tätigkeit erleidet, nicht immer aus, um die Mehrkosten und Verluste, die sich aus einer unfallbedingten Invalidität ergeben, abzudecken. Zu nennen sind hier beispielsweise die Kosten für einen invaliditätsbedingten Hausumbau oder auch die Einkommensverluste, die man durch eine unfallbedingte längere Arbeits- oder dauerhafte Berufsunfähigkeit erleidet.

Um auch nach einem Unfall – egal ob für diesen ein gesetzlicher Unfallschutz besteht oder nicht – finanziell abgesichert zu sein, bietet die private Versicherungswirtschaft diverse Vorsorgelösungen wie eine private Unfall-, eine Berufsunfähigkeits- sowie eine Krankentagegeld-Versicherung an.

(verpd) Wer im Interesse der Allgemeinheit hilft und dabei selbst verunfallt und dabei verletzt oder getötet wird, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings ist dieser Unfallschutz nicht immer ausreichend. Welche private Versicherungspolice hier einen Rundumschutz bietet.

Im Paragraf 2 SGB VII (Siebtes Sozialgesetzbuch) sind alle Personen aufgeführt, die per Gesetz bei einem Unfall während einer bestimmten Tätigkeit oder im Rahmen einer bestimmten Funktion unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen.

Laut Gesetz zählen hier unter anderem Personen, „die bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisten oder einen anderen aus erheblicher gegenwärtiger Gefahr für seine Gesundheit retten“.

Vom Ersthelfer beim Unfall bis hin zum Helfer bei sonstigen Gefahren

Gesetzlich unfallversichert sind laut Gesetz zum Beispiel Personen, die bei einem Unfall Erste Hilfe leisten oder die Unfallstelle absichern. Auch wer jemandem bei einer Panne eines zulassungs- oder versicherungs-pflichtigen Kfzs wie eines Pkws, Lkws, Motorrades oder Mofas hilft, und dabei verunglückt, beispielsweise während er die Pannenstelle absichern will, kann mit Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung rechnen.

Auch wer bei einer Naturkatastrophe wie einer Überschwemmung oder einem Erdbeben oder bei sonstigen Unglücken wie einem Hausbrand anderen hilft, obwohl er dabei das Risiko eingeht, selbst verletzt oder sogar getötet zu werden, ist dabei gesetzlich unfallversichert. Ebenso stehen Personen unter dem gesetzlichen Unfallschutz, die helfen, einen vermeintlichen Kriminellen, der verdächtig wird, eine Straftat begangen zu haben – wie zum Beispiel einen Einbrecher oder einen Taschendieb –, zu verfolgen oder festzunehmen.

Das Gleiche gilt für jemanden, der sich persönlich einsetzt, um einen anderen vor einem gewalttätigen Angreifer zu schützen. Eine ausführliche Beschreibung, wer als Helfer gesetzlich unfallversichert ist, gibt es auch im Webportal der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV). Welcher gesetzliche Unfallversicherungs-Träger im Einzelfall zuständig ist, hängt von den Umständen ab und kann direkt bei der kostenlosen Hotline (Telefonnummer 0800 6050404) der DGUV erfragt werden.

Der gesetzliche Unfallschutz hat jedoch Lücken

Der Versicherungsschutz im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung hat aber auch Lücken: So besteht ein gesetzlicher Unfallschutz nicht, wenn man jemandem bei einer Fahrradpanne hilft und dabei verunglückt. Ebenfalls nicht gesetzlich unfallversichert sind Tätigkeiten, die dem eigenen Nutzen dienen, also wenn der Fahrer oder Beifahrer eines Pannenfahrzeugs versucht, das betroffene Fahrzeug wieder in Gang zu bringen, und sich dabei verletzt.

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, die einem Helfer zustehen, wenn er während einer der genannten Tätigkeiten so schwer verunfallt, dass er verletzt wird, entsprechen in der Regel denen, die einem Arbeitnehmer nach einem Arbeitsunfall zustehen würden. Darunter fallen zum Beispiel eine gesetzliche Unfallrente im Falle einer unfallbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit oder eine gesetzliche Hinterbliebenenrente, falls der Helfer während einer der genannten Tätigkeiten tödlich verunglückt.

Allerdings reichen die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung oft nicht, um die Mehrkosten und Einkommensverluste auszugleichen, die sich zum Beispiel aus einer unfallbedingten Invalidität für den betroffenen Helfer oder bei seinem Tod für seine Hinterbliebenen ergeben können.

Rundumschutz, nicht nur bei schweren Unfällen

Damit man auch nach einem schweren Unfall mit dauerhaften Gesundheitsschäden finanziell abgesichert ist – egal, ob für die Verletzungsursache ein gesetzlicher Unfallschutz besteht oder ob der gesetzliche Unfallschutz ausreicht oder nicht –, empfiehlt sich eine private Absicherung.

Beispielsweise lassen sich mit einer privaten Unfall- sowie einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits-Versicherung unter anderem Einkommensausfälle aufgrund einer unfallbedingten Invalidität absichern. Eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits-Versicherung leistet jedoch nicht nur, wenn die Berufs- oder Erwerbsminderung die Folge eines Unfalles ist, sondern auch, wenn sie aufgrund einer Krankheit eintritt.

Eine Risiko-Lebensversicherung ermöglicht zudem einen ausreichenden finanziellen Schutz für die Angehörigen, wenn man verstirbt – und auch hier spielt es keine Rolle, ob der Tod infolge eines Unfalles oder auch einer Krankheit eingetreten ist.

Kontakt

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns einfach an unter 04353 99 80 90
oder nutzen Sie unser Kontaktformular